Pflegestellen

Findus auf seinem Sofa
Ich auf meinem Sofa

Liebe Menschen,
heute möchte ich euch mal erklären, was es mit Pflegestellen so auf sich hat. Für uns Katzen sind Pflegestellen ein wahrer Segen. Da kommen wir hin, wenn wir z. B. mal ganz schnell ein Zuhause brauchen (und sei es nur ein vorübergehendes), Menschen die uns auch dabei helfen, unsere oft traumatische Vergangenheit zu überwinden. Auch wenn wir Katzen euch dann wieder verlassen, um in unser endgültiges Zuhause zu ziehen, dürft ihr darauf vertrauen, dass wir eure Hilfe und Güte NIE vergessen werden!

(Der Mensch, der das hier schreibt sagt, ich soll noch erzählen, dass die Tierschützer auf Pflegestellen angewiesen sind und dass von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze abhängt, wie vielen von uns geholfen werden kann.)

… und wie sieht das jetzt aus?

Na ganz einfach… wir leben mit euch zusammen, in eurem Haus oder eurer Wohnung und ihr kommt in den unendlichen Genuss unserer Gesellschaft (ok und wir in den, eurer unschätzbaren Hilfe und Fürsorge, das muss ich ja schon auch mal sagen…). Der Ehrlichkeit halber muss ich aber auch sagen, dass das manchmal nicht so ganz einfach ist. Viele von uns haben Schlimmes erlebt und manche sind auch nicht gut erzogen. Aber wenn wir erst mal gemerkt haben, dass ihr uns nur Gutes wollt, dann geben wir uns  ganz doll Mühe euch die Liebe die wir erhalten, auch zurückzugeben.

(Der Mensch sagt, ich soll noch sagen, dass es viel Arbeit, Geduld, Zeit, Toleranz und Herz erfordert… hey, sooooo schlimm ist das jetzt auch nicht, oder?).

Ich bin sehr neugierig

… und wie wird man Pflegestelle?

Am Anfang steht, was die Menschen „Vorkontrolle“ nennen (selbstverständlich nach Terminabsprache). Da kommt dann einer unserer Freunde (oder – je nach Wohnort – ein Mitarbeiter einer befreundeten Tierschutzorganisation) zu euch nach Hause, um euch kennen zu lernen und zu beraten. Es nützt ja keinem was, wenn ihr zwar das Herz auf dem rechten Fleck habt (und das habt ihr sicher), aber andere Ansichten habt als unsere Freunde vom Tierschutzverein Schöppingen. In unserem eigenen Interesse muss darauf geachtet werden, dass eine Pflegestelle verantwortungsbewusst, seriös und zuverlässig ist.

… und was genau müsstet ihr tun?

Ihr gebt uns ein sicheres und artgerechtes Zuhause auf Zeit und helft uns z.B. dabei gesund zu werden. Damit leistet ihr einen wichtigen Beitrag für unser zukünftiges Leben.

Um unser passendes Zuhause zu finden, benötigt der Tierschutzverein Schöppingen eure Hilfe in Form von regelmäßigen Berichten und Fotos über uns, denn ihr wisst am besten was wir brauchen und was wir nicht gerne mögen.

Sehr wichtig ist ein separater Raum für die Quarantäne. Für den Start ins neue Leben würde auch ein Badezimmer reichen.

und wenn wir mal zum „Onkel Doktor“ müssen?

Na dann haltet ihr unser Pfötchen, damit wir keine Angst haben müssen… und das Beste: euch entstehen keinerlei Tierarztkosten, denn die werden vom Verein komplett übernommen, vorherige Absprache vorausgesetzt. Solltet ihr jedoch „Kleinigkeiten“ wie z. B. Entwurmen (ja, immer raus mit den Biestern, die braucht doch keine Katz…) oder auch mal die Kosten für Futter und Streu selbst tragen, dann freut sich der Verein darüber natürlich sehr, denn das dann gesparte Geld kommt einer anderen armen Mieze zugute.

Trotz meines Beinbruchs und der notwendiger Amputation eines Teils meiner Pfote geht es mir richtig gut

… und wie sieht es rechtlich aus?

Ok, ich gestehe, dass ich jetzt an den Menschen, der das tippt abgeben muss…

Bei der Übergabe des Tieres machen wir mit euch einen Pflegevertrag.
Mit der Aufnahme der Pflegekatze erhaltet ihr alle erforderlichen Dokumente wie z.B. das Impfbuch.

Für die Pflegekatzen haben wir keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese haften nämlich nur für Schäden, die Dritten entstehen, denn wir gehen – genauso wie die Versicherung – davon aus, dass ihr verantwortungsbewusst mit dem Tier umgeht und wertvolle Gegenstände bei euch zuhause nicht durch das Tier zu Schaden kommen können. Da die Katzen auf der Pflegestelle keinen ungesicherten Freigang bekommen, sind auch Schäden Dritter ausgeschlossen.

… und wenn wir dann in ein endgültiges Zuhause ziehen dürfen (=Vermittlung)?

Während wir bei euch wohnen, versuchen die Menschen vom Tierschutzverein Schöppingen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ein endgültiges Zuhause für uns zu finden. Das kann eine Weile dauern, aber natürlich dürft ihr bei der Vermittlung mithelfen, wenn ihr das wollt.

Damit unsere zukünftigen Adoptanten sich umfassend informieren können, stellt der Tierschutzverein Schöppingen den (möglichst direkten) Kontakt zwischen euch her (Weitergabe von Kontaktdaten natürlich nur mit eurem Einverständnis).

Ich sage „Danke“ an alle die mir geholfen haben und noch immer helfen

Auch wenn es ein bisschen wehtut, uns dann gehen zu lassen, so ist es doch auch jedes Mal schön, wenn einer von uns in sein neues Zuhause gebracht wird. Außerdem wartet bereits das nächste Sorgenfellchen auf einen warmen Platz. Für so ein armes Seelchen machen wir unseren Platz gerne frei, damit es die gleiche Chance auf ein neues Leben hat.

… und falls ihr unsrem Charme doch erlegen seid?

Na dann könnt ihr uns einfach selbst adoptieren 🙂 Wichtig ist das nicht nur das Herz entscheidet, es muss auch die Konstellation passen.

Habt ihr euch entschieden, für uns als Pflegestelle  tätig zu werden?
Dann sage ich, stellvertretend für alle Katzen dieser Welt, DANKE…

Euer Findus