Beschäftigung

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Freilebende Katzen sind täglich mehrfach damit beschäftigt, sich Futter zu erjagen.

V.a. Wohnungskatzen haben diese Beschäftigung nicht und so leiden sie schnell unter Langeweile.

Daher sollten Wohnungskatzen in der Regel nicht alleine gehalten werden. Auch wenn der Mensch viel Zeit hat, so ist er doch kein adäquater Ersatz für einen Artgenossen.

Zusätzlich sollte die Wohnung möglichst interessant gestaltet werden:

– Es sollte Versteckmöglichkeiten geben (z.B. indem eine Decke über einen Stuhl gelegt wird, Kartons hingestellt werden, Kratzbäume zum Klettern und Toben

– Einrichten einer dritten Ebene. Das heißt die Katzen sollten die Möglichkeit haben, auf Schränke, Regale etc. zu klettern

– Katzen schauen gerne nach draußen. Richten Sie Ihrer Katze Plätze an bzw. auf der Fensterbank ein. Hierzu gibt es im Handel Fensterbankliegen zu kaufen, man kann aber auch eine Kratzbaum ans Fenster stellen, oder wenn die Fensterbank breit genug ist, eine Decke oder ein Bettchen auf die Fensterbank legen.

– Schaffen Sie Abwechslung durch verschiedene Gerüche. Viele Katzen lieben Katzenminze, diese kann angepflanzt werden, später getrocknet, zermörsert und in ein Stoffsäckchen gefüllt werden zum Spielen. Geeignet und bei manchen Katzen noch beliebter ist Baldrian (loser Baldriantee aus der Apotheke, wegen des sehr intensiven Geruchs sollten Sie vor dem Kauf jedoch eine Geruchsprobe vornehmen). Als weitere Abwechslung kann man Laub von draußen mit reinbringen und in einen Karton legen, Federn oder Äste von Bäumen mitbringen.

-Katzen knabbern gerne an Gras. Hierzu kann man im Handel erhältliches Katzengras anpflanzen.

Spielmöglichkeiten zur Selbstbeschäftigung:

– kleine Bälle

– Fellmäuse

– Federn

– leere Papiertüten (die Henkel müssen durchgeschnitten werden, da die Katze sich darin verfangen kann)

– Tischtennisbälle in einer Wasserschüssel

– und vieles mehr.

Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt

Beschäftigung durch Suchen/Erarbeiten von Nahrung

Hierfür eignen sich Trockenfutter und Leckerchen.

Trockenfutter wird nicht im Napf serviert, sondern die Katzen müssen sich das Futter erarbeiten.

– Jeweils wenige Bröckchen Trockenfutter werden an verschiedenen Orten in der Wohnung versteckt

– Es gibt Bälle und Würfel mit einer Öffnung, das Futter wird in den Ball oder Würfel gefüllt, die Katze muss den Ball bzw. Würfel rollen, bis das Futter heraus fällt. Ähnliches kann man selbst basteln, indem man z.B. die Pappröhren von Küchentüchern nimmt, die Enden mit Papier oder Stoff verschließt und kleine Löcher in die Pappe schneidet (so dass das Futter so eben noch durch passt)

– Im Handel gibt es verschiedene Holz- und Plastikspielzeuge, in die man Futter einfüllen kann, die Katzen müssen dann entweder Schubladen öffnen, einen Deckel beiseite schieben, Futter aus Öffnungen oder einem Tunnel herausangeln etc. Meistens sind diese Spielzeuge in der Hundeabteilung zu finden, in den meisten Fällen aber auch für Katzen geeignet. Solche sog. Katzenfummelbretter kann man aber auch mit alltäglichen Dingen aus dem Haushalt selber basteln. Anleitungen dazu findet man hier: http://www.katzenfummelbrett.ch/katzenfummelbrett/was-ist-ein-katzenfummelbrett-kfb

Interaktives Spielen

Die meisten Katzen freuen sich, wenn der Besitzer aktiv mit ihnen spielt.

Hierfür gibt es zum Beispiel Angeln und Federwedel (im Handel erhältlich oder selbst zu basteln).

Katzen lieben es zu lauern. Man kann mit der Angel bzw. einer Schnur langsam hinter einer Tür verschwinden, die Schnur langsam unter einer Decke herziehen oder am Kratzbaum hochziehen.

Man kann Bällchen oder Fellmäuse werfen.

Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Eine weitere Möglichkeit, seine Katze zu beschäftigen ist das Clickertraining.

Es wird häufig behauptet, dass man Katzen nichts beibringen kann. Das ist falsch. Auch mit Katzen kann man trainieren.

Clickertraining heißt im Grunde: Lernen durch positive Verstärkung. Die Katze führt eine Aktion aus, in dem Moment wird unmittelbar der Clicker betätigt und dann folgt das Leckerchen.

Auf diese Art und Weise kann man der Katze kleine Kunststückchen beibringen, wie Hinsetzen, sich um die eigene Achse drehen, Pfötchen geben, über eine Hürde springen, durch einen Reifen springen, über eine Holzleiste balancieren, Slalom durch die Beine laufen und vieles mehr. Man kann aber auch Dinge trainieren, die den Umgang mit der Katze bei Krankheit/Verletzungen erleichtern, z.B. Mäulchen öffnen, in die Ohren schauen, Pfote untersuchen, in die Transportbox gehen.

Hier kann man einige Beispiele sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=xNJBEXpgOu8

Clickertraining dient nicht dazu, die Katzen zu „dressieren“, sondern es ist eine Beschäftigung, die der Katze Spaß macht und die die Bindung zwischen Katze und Mensch intensiviert. Der Halter lernt Signale seiner Katzen besser zu deuten. Es stärkt das Vertrauen der Katzen in seinen Besitzer.

Weiterführende Literatur: Birgit Laser, Clickertraining, mehr als Spaß für Katzen

Für weitere Informationen zum Thema kontaktieren Sie uns gern.